Entspannt auswärts essen

Den Tag mit einer Laktoseintoleranz entspannt zu bestreiten ist nicht immer ein leichtes Unterfangen. Spontanität ist oft nicht möglich.

Oft bedarf es guter vorheriger Planung oder gar selbst zubereitetem Essen, sodass man nicht darauf angewiesen ist etwas unterwegs kaufen zu müssen. Wenn man nichts laktosefreies findet muss eine „Notlösung“ her. Wir haben also oft über eine mangelnde Auswahl zu klagen. Zudem enthalten viele Lebensmittel, die auf den ersten Blick nichts mit Milch zu tun haben, versteckte Laktose. So enthält ein belegtes Brötchen augenscheinlich nichts laktosehaltiges, allerdings kann sich diese auch im Aufschnitt verstecken. Mitarbeiter sind leider auch oft überfragt, wenn es um die Deklaration von Inhaltsstoffen geht, sofern das Produkt nicht vor Ort zubereitet wird oder Fertigprodukte Verwendung finden.

Ohnehin ist es gut Snacks für zwischendurch dabei zu haben, statt bei spontanem Heißhunger auf Süßigkeiten zurückzugreifen. Hier eignen sich z.B. Nüsse und Trockenfrüchte gut. Sie sind ein gesunder Energielieferant, stillen den Heißhunger und sind praktisch mitzunehmen. Nüsse enthalten gesunde Fette und Eiweiße, die eine Weile satt halten. Zudem fördern sie die Konzentration – der Name „Studentenfutter“ kommt also nicht von ungefähr. Nussallergikern bleibt der Nussgenuss leider verwehrt, sie können jedoch auf Trockenfrüchte, frisches Obst oder knackige Gemüsesticks zurückgreifen. Die kleine Vorbereitung lohnt sich, um immer einen erfrischenden Snack dabeizuhaben. Praktisch sind auch Frucht- und Müsliriegel, da sie natürlich sind und zumeist frei von Laktose sind. Hier darauf achten, dass kein Zucker oder „versteckte“ Laktose (etwa in Form von Milch- oder Molkenpulver) zugesetzt ist. Liegt allerdings zusätzlich zur Laktoseintoleranz auch noch eine Fruktoseintoleranz vor, werden viele Obstsorten nicht vertragen. Welches Obst wenig Fruktose enthält und keine Probleme bereitet, wissen Fruktoseintolerante selbst am besten und können darauf Acht geben. Für Schokoladenfreunde gibt es Entwarnung, viele dunkle Schokoladensorten enthalten weder Laktose noch Fruktose.

In vielen – vornehmlich größeren – Städten rüstet die Gastronomie bereits auf und stellt sich auf laktoseintolerante Kunden ein. So haben viele Cafés und Eisdielen auch laktosefreie Milch im Angebot um uns glücklich zu machen.  Ebenso wird vielerorts von vornherein auf Allergene hingewiesen und Lebensmittel explizit als „laktosefrei“ gekennzeichnet. Auch bei veganen Waren ist das Risiko etwas laktosehaltiges zu erwischen nicht gegeben, da vegane Produkte keine Milchprodukte enthalten können. Sogar Eisdielen bieten veganes Eis an. Herkömmliches Milchspeiseeis enthält normalerweise recht viel Laktose. Soll es dennoch mal ein Eis sein, kann man auch auf ein gutes Laktasepräparat zurückgreifen, sodass die im Eis enthaltene Laktose keine Beschwerden verursacht. Laktoseintolerante produzieren zu wenig oder keine Laktase im Magen, die für die Spaltung des Milchzuckers (der Laktose) zuständig ist und dafür sorgt, dass die Laktose verdaut werden kann. Durch das Hinzufügen dieses fehlenden Enzyms mittels eines Laktasepräparats werden Beschwerden vermieden oder auf ein Minimum reduziert.

Auch für Restaurantbesuche bietet sich ein Laktasepräparat an. Oft hilft es bereits auf die Soße zu verzichten, aber gerade wenn man sich nicht ganz sicher ist, kann man vorsichtshalber eine Tablette einnehmen. Bei Sahnesoße ist die enthaltene Laktose offensichtlich, aber auch in Soßenpulver versteckt sie sich häufig. Bei asiatischen Gerichten kann man grundsätzlich meist problemlos zuschlagen, da sie zumeist keine Laktose enthalten. Auch in der griechischen Küche ist nur selten Laktose zu finden, bei Joghurtsauce wird fettreicher Joghurt häufig besser vertragen, da es ein fermentiertes Milchprodukt ist, bei dem durch die Fermentation der Laktosegehalt sinkt (wie auch bei Käse).

Fastfood ist zwar aus gesundheitlicher Sicht nicht die beste Wahl, jedoch enthalten überraschend viele Fastfoodprodukte keine Laktose. So sollte ein herkömmlicher Hamburger keine Beschwerden verursachen. Nährwerttabellen in Fastfoodrestaurants geben Aufschluss über die Inhaltsstoffe. Vorsicht geboten ist bei Schmelzkäsezubereitungen (wie sie auf Cheeseburgern oder in Käsesoßen verwendet werden). Da es sich nicht um natürlich gereiften Käse handelt, besteht er oft aus Milchpulver. Bei herkömmlichem Käse ist durch den Reifeprozess ein Großteil der in der Milch enthaltenen Laktose bereits abgebaut, sodass viele Käsesorten nahezu laktosefrei sind (je länger gereift, desto weniger Laktose).

Mit ein paar Tipps und Tricks kann man also auch mit einer Laktoseintoleranz entspannt auswärts essen.

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